Archive for the ‘Tekromantie’ Category.

Prozessorgeflüster

Ich schaue ja regelmäßig c’t Uplink auf YouTube, da die wöchentlichen Folgen nerdig und unterhaltsam sind. Maches mal gehen die Beiträge zwar an meiner persönlichen technischen Lebenswirklichkeit weit vorbei, wenn zum Beispiel das tausendste Smartphone ob seiner runden Ecken, der Händigkeit oder anderer absolut nichtiger Eigenschaften bewertet wird, aber sie genügen meist um mir ein Schmunzeln über eine so anders geartete Nerdigkeit zu entlocken. Und ein wenig technisches Rauschen parallel zu einer Tasse Kaffee ist absolut ok, zumal auch ab und an interessante Informationen enthalten sind.

Mich selbst interessieren ja mehr die urgesteinigen und minimalistischen Basics: Wie funktionieren die grundlegenden Architekturen, was sind die Anwendungsszenarien, wie kann ich das selbst nutzen und verstehen usw. In der c’t gab es es früher mehr solcher Artikel und auch konkrete Bastelprojekte, jetzt spielt sich vieles durch die enorme Komplexität auf einer recht hohen Metaebene ab. Eine interessante Artikelserie in der Zeitschrift c’t ist „Prozessorgeflüster“ von Andreas Stiller, einem echten Urgestein bei c’t. Dieser hatte wohl nach 35 Jahren seinen letzten Arbeitstag und schlägt in dieser sehr interessanten Folge einen Bogen von seinen Erlebnissen mit den Computerdinosauriern zur aktuellen Technik. Sehr unterhaltsam, sehr nerdig und auch ein wenig retro:

 

Wer als Altnerd die c’t schon lange kennt, dem wird vielleicht auch folgendes Video Freude bereiten: c’t: Die ersten Jahre – eine kommentierte Diaschau

Eines der ersten Hexagons – Der Kenbak-1

Was muss mein tekromantsiches Auge da erblicken: Der stumme Zeitzeuge eines antiken tekromantischen Rituals; John Blankenbaker bannte damals einen Computer in die Form eines schicken Hexagons. 😉

Aber Scherz beiseite, der Kenban-1 gilt als der erste Personal Computer. Da vor der Erfindung des Mikroprozessors enstanden, realisiert das Gerät seine Funktion mit einem ganzen Haufen TTL Chips und es gab natürlich auch keine Bildschirmsteuerung oder gar eine alphanumerische Tastatur. Diese Meisterleistung, die direkte und unmittelbare Verbindung von Tastatur und Bildschirm war Stephan Gary Wozniak „iWoz“ vorbehalten. Von dem Kenban-1 wurden nur 40 Stück gebaut (fast wie der Hive :), von denen auch nur noch 10 Geräte existieren. Entsprechend teuer sind diess Exemplare nun auch. Also schön euren Hive aufheben, das wird vielleicht auch mal eine Geldanlage, irgendwann, vielleicht… 😉

Ich bin gerade über dieses schmucke Gerät gestolpert, als ich mir zum wach werden am Samstagmorgen folgendes Video über „Strangest Computer Designs of the ’70s“ reingezogen habe…